Parlament tagt zum letzten Mal unter Rotem Adler

22.11.2013 | Potsdam

Einige Parlamentarier trauern dem Bild des Vogels nach und vermissen ihn im neuen Domizil im wiederaufgebauten Stadtschloss. Der neue Plenarsaal ist stilvoll eingerichtet. Zwei Farben dominieren: weiße Schreibtische und mit rotem Stoff bezogene Drehsessel für die Abgeordneten. Das alte Abbild des Adlers würde hier wie ein Relikt aus einer anderen Zeit wirken.

An der Wand hängt nun ein schneeweißes Wappentier: Für die Farbe hatte sich die Kunst- und Ausstattungskommission entschieden - und erntet dafür Protest. In einer Onlinepetition "Brandenburgs Adler ist rot! Erst recht im Landtag" haben bereits knapp 1300 Menschen unterschrieben, die für das Wappentier ein rotes Federkleid wünschen.

Im Dezember wird der Petitionsausschuss des Landtages beraten, ob die Kommission überhaupt für die Gestaltung der Hoheitszeichen zuständig ist. "Warum kann man nicht wenigstens den Roten Adler aus dem alten in den neuen Landtag mitnehmen?", fragt der CDU-Abgeordnete und stellvertretende Vorsitzende des Petitionsausschusses, Henryk Wichmann. Er habe 22 Jahre lang gute Dienste getan.

Doch ein rotes Wappentier wird es im neuen Plenarsaal doch noch geben. Auf einer großen Fahne ist das Hoheitszeichen weiter präsent. Der Adler an der Wand ist ein Kunstwerk und bleibt weiß und wird sich kaum von der ebenfalls weißen Wand abheben.

Auf dem Brauhausberg tagten die Abgeordneten zum ersten Mal im September 1991. Von den heute 88 Parlamentariern waren einige bereits anfangs dabei, unter anderem der frühere Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD), die CDU-Landtagsabgeordnete Beate Blechinger oder Stefan Ludwig von den Linken. Im Januar wird der neue Landtag offiziell eröffnet.

Quelle: Dieser Artikel erschien in der Märkischen Oderzeitung.

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