Neun Lolas zieht es nach Babelsberg Nominierungen für Deutschen Filmpreis 2013

11.01.2013 | Potsdam

Neun aus 46: Neun Spiel- und Dokumentarfilme aus Babelsberg haben Chancen, bei der Gala Ende April Lola-Trophäen einzuheimsen. Gestern haben die drei Vorauswahlkommissionen (Spiel-, Dokumentar-, Kinderfilm) der Deutschen Filmakademie die 46 Kinofilme veröffentlicht, die in das Nominierungsverfahren aufgenommen worden sind. Unter den Babelsberger Hoffnungsträgern befinden sich zwei Produktionen von frisch gebackenen Absolventen der Hochschule für Film und Fernsehen "Konrad Wolf" (HFF). Regisseurin Pola Beck geht mit ihrem hoch gelobten Drama "Am Himmel der Tag" um eine junge, nach Lebenssinn suchende Frau (gespielt von "Tatort"-Ermittlerin Aylin Tezel) ins Rennen.

Um emotional und sexuell verwahrloste Jugendliche dreht sich Christian Klandts HFF-Diplomfilm "Little Thirteen", den der Babelsberger Stefan Arndt mit seiner Firma X-Filme koproduziert hat. Arndt ist noch mit zwei weiteren Beiträgen dabei. Fast sichere Preis-Chancen kann sich der Filmproduzent dank des bildgewaltigen und mit Tom Hanks, Halle Berry, Hugh Grant hochkarätig besetzten Epos "Cloud Atlas" ausrechnen, das unter anderem im Studio Babelsberg gedreht wurde und allein in Deutschland bereits mehr als eine Million Besucher vor die Leinwände lockte. Erst am 14. Februar kommt "Quellen des Lebens", Oskar Roehlers lang erwartetes Werk nach seinem autobiographisch gefärbten Roman "Herkunft" in die Kinos. In die Vorauswahl der besten Filme 2013 gehört die ebenfalls von Arndt produzierte "deutsche Familiengeschichte" jetzt schon.

Auch an Vorjahressieger Andreas Dresen (Goldene Lola für sein Sterbedrama "Halt auf freier Strecke") kam die Doku-Kommission nicht vorbei. Der Potsdamer Regisseur wurde mit seinem unterhaltsamen Porträt "Herr Wichmann aus der dritten Reihe" über den CDU-Landtagsabgeordneten Henryk Wichmann vorausgewählt.

Mit drei Beiträgen ist auch die Babelsberger Produktionsfirma Ufa Cinema vertreten. "Das Wochenende" erzählt nach dem Bestseller von Bernhard Schlink die Geschichte eines begnadigten Ex-Terroristen (Sebastian Koch), der an einem Wochenende mit Schwester und Freunden auf dem Land von seiner Vergangenheit eingeholt wird. Kinostart ist am 11. April. Für ihre Einzelleistungen in dem von Ufa Cinema produzierten DDR-Drama "Wir wollten aufs Meer" sind Regisseur Toke Constantin Hebbeln sowie Schauspieler Alexander Fehling vorgeschlagen worden. Ufa Cinema produzierte auch die Komödie "Jesus liebt mich", Filmkomponist Marcel Barsotti wurde in der Kategorie Einzelleistungen ebenfalls ausgewählt. Preis-Hoffnungen hegen außerdem die HFF-Ton-Absolventen Benjamin Krbetschek und Holger Lehmann von der Babelsberger Firma Rotor Film, verantwortlich für den guten Ton des Thrillers "Du hast es versprochen".

Beim Medienboard Berlin-Brandenburg freut man sich über 24 vornominierte Filme, die mit finanzieller Unterstützung der Förderinstitution entstanden sind. Nun sind die mehr als 1400 Mitglieder der Deutschen Filmakademie aufgerufen, aus den 46 Kinofilmen für ihre Gewerke (unter anderem Regie, Schauspiel, Kamera, Ton) die Nominierungen für Filme und Einzelleistungen geheim zu wählen. Die Ergebnisse werden am 22. März bekannt gegeben, die Preise am 26. April in Berlin verliehen.

Quelle: Dieser Artikel erschien in der Märkischen Allgemeinen.

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