Mit politischen Einblicken in die Uckermark zu großer Ehre

15.01.2013 | Templin/Berlin

So schnell kann es gehen: Man macht eigentlich nur seine Arbeit und erlangt dadurch eine gewisse Bekanntheit. Politikern ist das nicht völlig neu, weil sie sowieso im Rampenlicht stehen. Dass sie aber zum Hauptdarsteller auf der Leinwand werden, bedeutet für sie dann doch noch etwas Neues. Schon vor zehn Jahren begleitete der Regisseur Andreas Dresen („Kuckuckskinder“, „Sommer vorm Balkon“) den CDU-Mann Henryk Wichmann beim Kampf um ein Bundestagsmandat. „Herr Wichmann von der CDU“ hieß der politische Dokumentarfilm. Und irgendwie war Dresen so angetan von der Arbeit des Politikers, dass er nun, zehn Jahre später, eine Fortsetzung mit dem gebürtigen Templiner drehte: „Herr Wichmann aus der dritten Reihe“.


Der Film begleitet den 33-jährigen Landtagsabgeordneten mehr als ein Jahr bei der Arbeit im Parlament und im Wahlkreis Uckermark/Oberhavel. Die Kameras halten drauf, wenn er Schulen und Seniorenmessen, die Bundeswehr und Betriebe besucht. Der 90-Minüter zeigt den Vater dreier Töchter, wie er sich mit dem Arbeitskräftemangel, der Misere der Deutschen Bahn und illegalen Mülldeponien beschäftigt. Aber auch mit dem Schreiadler und der Bartmeise bekommt er es in dem Film zu tun. So wenig glamourös sieht Politarbeit an der Basis eben bisweilen auch aus.


Die Kritiker sind sich einig, dass Regisseur Andreas Dresen aufmerksam, mit untrüglichem Gespür für abgründige Situationen und großem Respekt seiner Hauptfigur gegenüber arbeitet. Die Mühen und das Fingerspitzengefühl zahlen sich aus. „Herr Wichmann aus der dritten Reihe“ steht auf der Liste der Vornominierungen für den diesjährigen Deutschen Filmpreis in der Kategorie Dokumentarfilm.


Allein das bedeutet schon einen großen Erfolg. „Ich fiel aus allen Wolken und freue mich über die Ehre für den Regisseur Andreas Dresen“, sagt der Protagonist des Films, Henryk Wichmann. Erste Glückwünsche kommen auch von der grünen Landtagskollegin Sabine Niels. „Andreas Dresen zeichnet fabelhaft die Vielfalt unseres politischen Alltags. Ich freue mich mit ihm und Henryk, der den Mut aufbrachte, die Spannung von Engagement, Humor und Stress tatsächlich zu zeigen“, meint Niels.


Am 22. März stellt sich heraus, ob die Doku auch in die nächste Runde kommt, damit zu den Hauptnominierten gehört und die Aussicht auf die begehrte Trophäe wächst. Ob’s schließlich mit dem renommiertesten deutschen Filmpreis klappt, steht am 26. April fest. Dann findet im Berliner Friedrichstadt-Palast die Verleihung statt, die am gleichen Abend auch im ZDF übertragen wird.


Über einen kleinen Gewinn dürfen sich die Beteiligten des Films schon jetzt freuen. Alle vorausgewählten Filme werden in der offiziellen Festival-Reihe „German Cinema – Lola@Berlinale“ zwischen dem 8. und 16. Februar bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin gezeigt.

Den vollständigen Artikel finden Sie ebenfalls in der Templiner Zeitung im Uckermark Kurier.

zurück
Henryk Wichmann | Alle Rechte vorbehalten