Kleine Anfrage des Landtagsabgeordneten Henryk Wichmann in Sachen Schienenersatzverkehr

07.01.2013 | Fürstenberg/Gransee

Im Großen und Ganzen funktioniert der Schienenersatzverkehr mit Bussen zwischen Neustrelitz und Birkenwerder sowie Zehdenick und Löwenberg. Aber der Teufel steckt wie immer im Detail. „Es gab mehrere Beschwerden und Bitten von Bürgern, die sich damit an mich wandten“, sagt Henryk Wichmann auf MAZ-Nachfrage. So haben sich mehrere Bergsdorfer beklagt, dass zu wenige Busse in ihrem Dorf halten. Deshalb gab es den Vorschlag, den Ersatzbus zwischen Zehdenick und Oranienburg fünf Minuten eher aus Zehdenick abfahren zu lassen, damit er in Bergsdorf halten kann. Das, so hat Wichmann schon erfahren, gehe nicht, weil es den Fahrplan durcheinanderbringen würde. Scheinbar kommt es auf die Sekunde an.

Aber es gibt auch sonst noch Probleme auf der Strecke. So möchte Henryk Wichmann von der Landesregierung erfahren, welche Auslastung der Ersatzbus zwischen Neustrelitz und Birkenwerder in den Spitzenstunden, wenn Schüler und Berufspendler unterwegs sind, hat. Besonders von Schülern war zu hören, dass sie nicht immer einen Sitzplatz bekommen. In dem Zusammenhang ist auch die Frage gestellt worden, wie viele Ersatzbusse auf dieser Linie pro Stunde eingesetzt sind.

Eine Auskunft, die Henryk Wichmann von der Landesregierung erwartet, lässt sich auch aus der Sicht der Stadt Fürstenberg beantworten. Darin geht es darum, warum die Fürstenberger Haltestellen des Schienenersatzverkehrs in der Luisenstraße und nicht in der Bahnhofstraße, wo die Busse des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) halten, sind. Die Stadt wollte, dass der Schienenersatzverkehr nicht den Weg über den Markt zur B 96 nehmen muss und hat gemeinsam mit der Bahn die Haltestellen in der Luisenstraße ausgewählt. Allerdings hat inzwischen eine Anwohnerin der Luisenstraße angemerkt, dass es auch anders gegangen wäre: Schienenersatzverkehr an den ÖPNV-Haltestellen in der Bahnhofstraße und dann Weiterfahrt zur B 96 über die Fritz-Reuter-Straße. Der Umstand, dass es an der Luisenstraße keine Unterstellmöglichkeit gab, ist ebenfalls von Fahrgästen bemängelt worden. Aber das hat die Stadt Fürstenberg inzwischen aus eigener Kraft behoben und ein Holzhäuschen aufstellen lassen.

Ein ganz großes Thema beim Schienenersatzverkehr scheinen die fehlenden Toiletten in den Bussen zu sein. Wer von Neustrelitz nach Birkenwerder unterwegs ist, kann da schon in arge Bedrängnis geraten. Deshalb fragt Henryk Wichmann an, ob es richtig sei, dass für den Schienenersatzverkehr Reisebusse mit Toiletten zugesichert waren. „Wenn ja, warum verkehren heute eine Vielzahl von Niederflurbussen und Reisebusse mit verschlossenen Toiletten?“, möchte der Abgeordnete wissen.

Noch hat die Landesregierung die Kleine Anfrage nicht beantwortet, aber Wichmann rechnet in Kürze damit. Denn noch sind es gut vier Monate, in denen Mängel abgestellt werden können.

Die Baumaßnahme an der Nordbahnstrecke zwischen Nassenheide und Neustrelitz soll bis Ende April dauern. Dann soll sie zumindest eingleisig wieder befahrbar sein. „Generell begrüße ich diese Ertüchtigung sehr, denn unterm Strich wird sie Vorteile für die Fahrgäste und die Erreichbarkeit unserer Orte bringen“, meint Henryk Wichmann. Allerdings ist er noch nicht ganz fest davon überzeugt, ob der Termin Ende April auch gehalten werden kann. „Ich wünsche es mir im Interesse der Schienenersatzverkehr-Benutzer ja sehr, aber wir wissen nicht, wie sich der Winter noch entwickelt und wie sich der kalte Dezember auf die Bautätigkeit schon ausgewirkt hat.“

Quelle: Dieser Artikel erschien in der Märkischen Allgemeinen.

zurück
Henryk Wichmann | Alle Rechte vorbehalten