"Bahn muss unter Druck gesetzt werden"

08.01.2013 | Fürstenberg

Ehrgeiziges Projekt: Fürstenbergs Bauamtsleiter Heiko Körner (rechts) erläuterte dem Minister sowie Robert Philipp und Henryk Wichmann, wie die Visitenkarte entstehen soll und wo die 100 Stellplätze hinkommen. Ende des Jahres muss alles fertig sein.

Unter dem Beifall von Vertretern des Fürstenberger Stadtparlamentes, beauftragter Baufirmen und Schaulustiger hatte Vogelsänger zuvor dem Bürgermeister der Wasserstadt, Robert Philipp (parteilos), einen Fördermittelbescheid über 545 000 Euro überreicht - Geld das vor allem von der Europäischen Union kommt, und zwar aus dem Europäischen Strukturfonds (Efre), wie der Minister erläuterte. "Dank muss man bei der Gelegenheit aber auch Fürstenbergs Stadtvätern sagen, denn die Kommune hat sich entschieden, die Umgestaltung kräftig mitzufinanzieren und dafür andere Projekte zurückgestellt", fügte er hinzu.

In der Tat engagiert sich Fürstenberg erheblich in dem Stadtteil. Um endlich "die Visitenkarte" der tourismusorientierten Gemeinde mit 6 000 Einwohnern, den Bahnhof und das Umfeld, attraktiv zu gestalten, werden zurzeit die Schützenstraße und der Park am Bahnhof gründlich saniert, Kostenpunkt rund 450 000 Euro. Fördermittel kommen aus der Altstadtsanierung und dem Kleine-Städte-Programm. Clou des umgestalteten Bahnhofsvorplatzes soll eine Park & Ride-Anlage werden mit 100 Stellplätzen. Die Gesamtkosten betragen rund 900 000 Euro. Noch in diesem Jahr soll der Umbau übrigens fertig werden.

Fürstenbergs Stadtoberhauptsprach von einem Meilenstein in der städtischen Entwicklung. Geplant sei in den nächsten zwei Monaten, das alte Gebäude für die Gepäckabfertigung und einen früheren Toilettenbereich zu beseitigen. Dann werde die gesamte Fläche aufgenommen, um sie anschließend neu zu gestalten.

Gelächter erntete Philipp, als er auf die derzeitigen Bauarbeiten zur Modernisierung der Bahnstrecke zwischen Berlin und Rostock zu sprechen kam. Nicht ohne Ironie tat er kund, dass die Züge laut Bahn AG "ja pünktlich ab 28. April wieder gen Norden fahren werden". Da befinde sich die Kommune mit dem Umbau des Vorplatzes durchaus im Trend. Zumal die Pendler künftig nur noch eine Stunde benötigen sollen, um nach Berlin zu gelangen.

Vogelsänger räumte in Anspielung auf die seit Jahren geführte Debatte um die mangelnde Behindertenfreundlichkeit des Bahnhofes in Fürstenberg ein, wenn etwas bewegt werden soll, müsse die Bahn in Brandenburg "unter Druck gesetzt werden".

Philipp merkte an, dass der Schienenmonopolist die Barrierefreiheit in einem weiteren Bauabschnitt durchaus ins Auge fasst. Allerdings könnte das noch etwas dauern, was unter anderem mit dem Einbau eines Liftes und der Ertüchtigung des Unterbaus der Bahngleise für den neuen Tunnel zusammenhängt, der zu den Bahnsteigen führt.

Quelle: Dieser Artikel erschien in der Märkischen Oderzeitung.

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