Das monatelange Kämpfen der Tagesmütter hat sich nun endlich gelohnt. Die Tagesmütter der Uckermark erhalten nun eine Förderung für die Ausstattung ihrer Einrichtung. Der Jugendhilfeausschuss wil diesbezüglich auf ihrer nächsten Sitzung rund 61.000 Euro aus Bundesmitteln zur Verfügung stellen.
Wie viele Kleinkinder schon auf den verschlissenen Stühlchen gesessen haben, weiß Manuela Schönfeld nicht. Sie hat für ihre großräumige Tagespflegeeinrichtung in Günterberg schon vor vielen Jahren Mobiliar aus aufgelösten Kitas zusammengetragen, etliche Stücke nach und nach neu beschafft. Doch Immer wieder geht etwas kaputt. Der Verschleiß ist hoch, nicht nur bei Spielsachen. Während große Kindertageseinrichtungen ihren Sanierungsbedarf den Trägern oder der Kommune aufbrummen, müssen Tagesmütter selbst zusehen, wie sie zurechtkommen. Ein Teil ihrer monatlichen Finanzerstattung durch den Kreis soll für Anschaffungen gedacht sein. Doch davon können weder Heizreparaturen, Malerarbeiten noch Ausbauten bezahlt werden.
"Es führte einfach kein Weg dahin, für uns Investitionsgelder locker zu machen", ärgert sich Manuela Schönfeld. Erst nachdem die Tagesmütter mit Entsetzen feststellen mussten, dass sie auch bei der Verteilung millionenschwerer Investitionsförderungen nicht berücksichtigt wurden, platzte ihnen der Kragen (MOZ berichtete). Inzwischen haben sich die Wogen geglättet. Am Dienstagabend will der Jugendhilfeausschuss der Uckermark den Tagesmüttern im Landkreis rund 61 000 Euro aus ebenjenem Bundesprogramm bewilligen. Ausschussvorsitzender Henryk Wichmann hatte sich persönlich dafür starkgemacht und viele Gespräche mit Betroffenen geführt.
Weil das Jugendamt ursprünglich bei der Verteilung der Mittel keine Tagesmütter in einem Sammelantrag berücksichtigte, nutzt der Landkreis jetzt zurückfließende Gelder. Die Stadt Prenzlau nimmt von einem geplanten Projekt Abstand, wodurch rund 100 000 Euro noch frei zur Verfügung stehen. 39 000 Euro davon gehen nun an eine Kita in Templin, der Rest an die Tagesmütter. Sie dienen dazu, die Betreuungsplätze von Kleinkindern im Alter von bis zu 3 Jahren zu sichern und auszubauen.
Allerdings folgt die Kreisverwaltung nicht allen Wünschen der Tagesmütter. Denn Geld für Umbauten wie Terrassen, Überdachungen oder Küchen sowie für Renovierungen gibt es nach wie vor nicht. Begründung: Probleme mit den Fördermitteln. Es sei nicht vorhersehbar, ob die jeweilige Tagesmutter den Betreuungsplatz in ihrem Haus oder in ihrer Wohnung in dem vorausgesetzten Umfang für die Kleinstkinder aufrechterhalte. So argumentiert jedenfalls das Jugendamt.
Quelle: Dieser Artikel erschien am 17.01.2012 in der Märkischen Oderzeitung. Hier gelangen Sie zu der Homepage.