Presse 2012

Landrat Karl-Heinz Schröter reagiert auf Henryk Wichmanns Demo-Auftritt in Fürstenberg

21.02.2012 | Fürstenberg

„Wenn ich Landtagsabgeordneter wie Herr Wichmann wäre, hätte ich längst alle mir zur Verfügung stehenden Hebel in Bewegung gesetzt, um das Thema Ortsumfahrung Fürstenberg voranzubringen,“ reagierte Landrat Karl-Heinz Schröter am Montag auf eine Äußerung des CDU-Landtagsabgeordneten Henryk Wichmann in der Märkischen Allgemeinen Zeitung. Henryk Wichmann war als Redner bei der von der Fürstenberger Bürgerinitiative „B 96 raus!“ organisierten Demo aufgetreten und hatte gesagt, er sei überzeugt davon, Fürstenberg hätte schon eine Umgehung, wenn Landrat Schröter dort wohnen würde. Damit werfe er dem Landrat indirekt vor, sich nur um Dinge zu kümmern, die mit dessen Wohnort zusammenhingen, so die Meinung im Landratsamt.

„Herrn Wichmanns Äußerungen sind absurd. Ich frage mich, wovon er mit solch inkompetenten Aussagen ablenken will: Davon, dass die Bundesmittel für den Ausbau von Bundes- und Landesstraßen vom Land und nicht vom Landkreis verwaltet und vergeben werden? Davon, dass das Land die Planungshoheit hat? Davon, dass Unions-Bundesverkehrsminister Ramsauer mit seinen neuesten Plänen die Ortsumfahrung auf lange Sicht blockiert? Davon, dass seine Partei zwei Legislaturperioden lang in Brandenburger Regierungsverantwortung war? Oder hat ihm gar der Medienrummel den Kopf so vernebelt, dass er nicht mehr klar denken kann?“, so der Landrat.

Statt sich als Filmstar zu produzieren, sollte „Herr Wichmann aus der dritten Reihe“ seine Einflussmöglichkeiten als Landtagsabgeordneter ausschöpfen und die Regeln des guten Anstands einhalten. Vielleicht schaffe er ja dann mal den Sprung in die zweite Reihe. Die Bürgerinitiative wisse, dass einem Landrat hier im Prinzip die Hände gebunden sind. „Ich nehme die Probleme der Fürstenberger aber trotzdem sehr ernst. Das, was in meiner Macht steht, tue ich“, verspricht Karl-Heinz Schröter.

Henryk Wichmann indes steht zu dem, was er am Freitagabend auf dem Fürstenberger Marktplatz gesagt hat. „Es war sicher ein wenig überspitzt, aber im Kern geht es einfach darum, den Landrat aufzufordern, sich mehr des Nordens anzunehmen, und das betrifft nicht nur die B 96“, meinte der Landtagsabgeordnete gestern.

Ihm seien auch genügend Beispiele bekannt, wie es in und um Wohnorte von Politikern schneller mit verkehrsbaulichen Maßnahmen vorangegangen sei. Er würde es dem Nordosten Brandenburgs wünschen, dass ein Minister mal aus dieser Gegend käme, aber das sei bislang nicht der Fall gewesen.

Verwundert zeigte sich Henryk Wichmann darüber, dass Landrat Schröter so empfindlich reagiert. „Beleidigt muss er nicht sein. Es geht nicht primär um persönliche Befindlichkeiten und schon gar nicht um ’Starallüren’, sondern darum, wie dem Norden Oberhavels mehr Gehör in der Landespolitik verschafft werden kann, damit Verkehrsminister Jörg Vogelsänger endlich die Planung für die Fürstenberger Ortsumgehung in Auftrag gibt. Und genau dafür ist Landrat Schröter doch der richtige Mann“, so Wichmann.

Übrigens sieht sich die Stadt Mirow im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte genau mit den gleichen Problemen wie Fürstenberg konfrontiert. Auch dort kämpfen die Bürger seit langem um eine Ortsumgehung. Wie die „Strelitzer Zeitung“ jetzt berichtete, sei dem Land Mecklenburg-Vorpommern schon 2004 ein gesetzlicher Planungsauftrag erteilt worden. Doch bis heute liegt keine fertige Planung vor, weshalb die Ortsumfahrung Mirow genau wie die in Fürstenberg im Investitionsrahmenplan des Bundesverkehrsministeriums als „weiteres wichtiges Vorhaben“ eingestuft worden sei und keine Aussichten auf einen ersten Spatenstich vor 2015 hat.

 

Quelle: Dieser Artikel erschien in der Märkischen Allgemeinen.


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