Ein Schlusspunkt ist hinter die Diskussion über Kürzungen der Zuschüsse für Personalkosten in Kindertagesstätten nicht gesetzt. Die Kreisverwaltung hat Hausaufgaben aufbekommen.
Diese Nachricht hatte erwartungsgemäß hohe Wellen geschlagen: Die Kreisverwaltung plant, die Zuschüsse zu den Personalstellen in Kindertagesstätten – egal in welcher Trägerschaft sie sich befinden – auf den derzeitigen Durchschnitt der Kosten einer Erzieherstelle im Landkreis zu senken. Aus Kommunen wie Prenzlau und Templin gab es sofort kritische Stimmen und die Ankündigung, sich dagegen wehren zu wollen. Denn damit verbunden wären vermehrte Kosten. Die Rede war von einem falschen Signal des Kreises an diejenigen Träger, die ihre Erzieherinnen tariflich entlohnen, sowie an ältere, erfahrene Arbeitnehmerinnen, der Uckermark Kurier berichtete.
Der Kreis trägt 86 Prozent der Kosten für das notwendige pädagogische Personal in den Einrichtungen. „Er begründet seinen Vorstoß damit, dass laut einer Befragung die Erzieherinnen in der Uckermark im Durchschnitt weniger Geld verdienen, die Kita-Träger also zu viel an Zuschüssen durch den Landkreis erhalten hätten“, informierte Henryk Wichmann, Kreistagsabgeordneter der CDU und Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses. „Wir haben uns sofort um eine Klärung bemüht, auch wenn dafür laut Verwaltung kein Beschluss des Kreistages nötig ist. Erst einmal bleibt die bisherige Regelung bis Ende März in Kraft“, sagte der Politiker und verwies auf Gespräche mit Landrat Dietmar Schulze. Inzwischen gab die Koalition von CDU/Bauern, SPD und FDP im uckermärkischen Kreistag der Verwaltung weitere Hausaufgaben auf. „Es muss eine Möglichkeit geben, eine rechtssichere Regelung zu finden, die gleichzeitig extreme Härten für einzelne Kita-Träger vermeidet. Es kann nicht sein, dass diejenigen, die viele ältere Erzieherinnen beschäftigen, dafür bestraft werden“, fasste Henryk Wichmann den Tenor der Auffassung in der Koalition zusammen. Dazu gebe es mehrere Varianten, die jetzt geprüft werden sollen. „Wir müssen aber auch wissen, was die Träger wirklich für ihr Personal zahlen.“
Am kommenden Mittwoch hat Henryk Wichmann Vertreter der Kita-Träger zu einem Gespräch eingeladen.