Auch wenn Bund und Land die B 96 scheinbar als kein Vorhaben mit großer Priorität beurteilen, die Fürstenberger wollen in ihrer Forderung „B 96 raus!“ nicht nachlassen. So sagte es der Sprecher der gleichnamigen Bürgerinitiative Gerd Palm gestern Abend auf dem Marktplatz, nachdem der Zug mit mehr als 100 Teilnehmern dort angekommen war. Mit Fackeln und Lampions ausgerüstet setzten die Fürstenberger ein sichtbares Zeichen dafür, dass sie es nicht hinnehmen werden, der täglichen Beeinträchtigung durch den Lastverkehr auf ihrer Ortsdurchfahrt ausgesetzt zu sein.
Landrat Karl-Heinz Schröter hatte bei einem Treffen mit der Bürgerinitiative und Bürgermeister Robert Philipp zugesagt, einen Lösungsvorschlag erarbeiten zu lassen, der den Fürstenbergern Belastung nimmt und Rettungswege absichert. Im März soll er auf dem Tisch liegen. Nichtsdestotrotz werde es schwierig bleiben, so der Bürgermeister. Für ihn ist der entscheidende Mann Landesverkehrsminister Jörg Vogelsänger, der darüber befindet, ob mit der Planung für die Umgehung begonnen wird oder nicht. Jochen Kühn hofft, dass der auch an den Zustand der Brücken in Fürstenberg denkt. Wenn nur eine ausfällt, ist ohne Umfahrung die Stadt geteilt.
Auf einen Irrsinn machte Dirk Lorenzen aufmerksam. Die B 189 zwischen Magdeburg und Schwerin hat sehr viele Ortsumfahrungen, und die bekommen jetzt auch noch parallel die Autobahn 14.
Landtagsabgeordneter Henryk Wichmann (CDU) fährt selbst jedes Mal zweieinhalb Stunden von Lychen zum Landtag nach Potsdam und hält das für unerträglich. „Aber mit dem Minister Ramsauer ist das nicht so einfach, der sieht vor allem nach Bayern. Und das Land Brandenburg kommt mit dem Planen nicht hinterher.“ Überzeugt ist er davon, dass Fürstenberg schon eine Umgehung hätte, wenn Landrat Schröter dort wohnen würde.
Ina Raschen machte auf den Blog der BI aufmerksam, in dem jeder seine Meinung vertreten kann: b96-raus.blogspot.com.
Begleitet wurde die Kundgebung auf dem Markt diesmal von den Neustart-Trommlern „Drum Attack“, was bei allen Teilnehmern gut ankam. In bewährter Weise sicherte auch die Revierpolizei wieder die Demo ab.
Quelle: Dieser Artikel erschien in der Märkischen Allgemeinen. Hier gelangen Sie zu der Homepage.