Veränderungen im Leistungsumfang seitens des städtischen Winterdienstes in Lychen hat die Verwaltung angekündigt. CDU-Fraktion und Ortsverband finden das jedoch fragwürdig. Solche Entscheidungen dürfen nicht übers Knie gebrochen werden.
Des einen Leid, des anderen Freud. Während Kinder bestimmt nichts dagegen hätten, wenn der Winter wenigstens ein bisschen seinem Namen Ehre machen würde, sorgen bislang ausbleibender Schnee und Glätte in der Region für Entspannung bei den Winterdienstkosten.
In den Gemeinden und Kommunen, die hierzulande nicht Krösus sind, dürfte das mit einiger Erleichterung zur Kenntnis genommen werden. So auch in Lychen. Dort hatten Vorschläge der Stadtverwaltung zur Veränderung beim Winterdienst 2012 noch in den letzten Tagen des vergangenen Jahres für Aufregung gesorgt: Danach sollte die Kommune ab Januar nur noch auf den Hauptstraßen den Winterdienst übernehmen, die Nebenstraßen sollten die Anwohner von Schnee befreien.
Zur Begründung führte die Verwaltung ins Feld, dass neben den städtischen Bauhofmitarbeitern weniger von der Arbeitsagentur bezuschusste Arbeitskräfte zur Verfügung stehen würden. Außerdem sei der Fuhrpark nicht mehr der jüngste, häufige Reparaturen mit dementsprechenden Kosten blieben nicht aus, der Uckermark Kurier berichtete.
Grünes Licht gab es für diese Vorschläge von den Stadtverordneten jedoch nicht. Stattdessen folgte die Mehrheit einem Antrag der CDU-Fraktion: Das Thema sollte vertagt werden. „Aus gutem Grund“, erklärte Henryk Wichmann, Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes, das Vorgehen der Christdemokraten. „Bei allem Verständnis für die finanzielle Situation der Stadt, derartig kurzfristig solche entscheidenden Veränderungen fürs nächste Jahr ins Gespräch zu bringen funktioniert nicht. So schnell kann keiner einen privaten Räumdienst beauftragen. Die haben nämlich zu diesem Zeitpunkt ihre Verträge längst gemacht“, fasst er die Position von Fraktion und Ortsverband zusammen. Aus Sicht der CDU müssten solche Entscheidungen gut vorbereitet werden. „Beispielsweise, indem man über den eigenen Tellerrand hinausschaut und sich informiert, wie das Thema bei den Nachbarn geregelt wird. Im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit wäre da sicher einiges möglich“, sagt der Ortsverbandsvorsitzende. Auf jeden Fall müsse noch einmal in Ruhe darüber diskutiert werden, auch darüber, ob statt einer Reduzierung der Leistungen durch die Stadt nicht doch eine Erhöhung der Winterdienstgebühr möglich wäre. Die Frage über eine Neuanschaffung im Bereich der Technik sollte ebenso erlaubt sein, wenn sich dadurch hohe Reparaturleistungen vermieden ließen. „Wir sind auf jeden Fall bereit, uns in dieses Thema einzubringen“, betont Henryk Wichmann.