Presse 2011

Signal aus Moor für mehr Akzeptanz

12.04.2011 | Templin - Nordkurier - Templiner Zeitung

156 Moorschutzmaßnahmen sind in den vergangenen Jahren bereits durch den Förderverein Feldberg-Uckermärkische Seenlandschaft begleitet worden. Dazu gehören auch Projekte zu Pegelanhebungen nach Wasserrecht im Naturparkgebiet. Darüber berichtete Ende vergangener Woche Projektleiter Rüdiger Mauersberger vor CDU-Landtagspolitikern. Mauersberger zeigte den Gästen der Landtagsfraktion als Beispiel das Ergebnis einer Wasserstandsanhebung am Bergsee bei Gandenitz.

Nach Auslaufen des Naturschutzgroßprojektes Uckermärkische Seen wolle nun auch das Land Brandenburg ein eigenes landesweites Moorschutzprogramm auflegen, hieß es. Ziel all dieser Maßnahmen ist es, die Wasserqualität von Fließgewässern und Seen zu verbessern, den Lebensraum bedrohter Arten zu sichern sowie den Wasserhaushalt in der Region zu stabilisieren. Zu diesem Zwecke hatte der Förderverein zwischen 1996 und 2008 mehr als 7000 Hektar Fläche erworben, um biotoplenkende Maßnahmen umsetzen zu können.

Dass solche Projekte bei der Bevölkerung nicht immer auf Gegenliebe stoßen, darauf wollten die Gandenitzer Dietrich Beutel und Werner Herm hinweisen, als sie sich den Gästen aus Potsdam kurzerhand anschlossen. Ein Plakat am Ortseingang mit Hinweis auf die Gemütslage einiger andenitzer hatte den CDU-Landtagsabgeordneten die Problemlage schon angedeutet. Die Gandenitzer erner Herm und Dietrich Beutel jedenfalls fühlten sich nach eigenen Aussagen im Vorfeld nicht ausreichend informiert, wenn nicht sogar hinters Licht geführt. Man habe sie glauben lassen, dass Maßnahmen nicht gegen den Willen der Bevölkerung durchgesetzt würden. Als dann 50 Einwohner gegen ein Vorhaben protestierten, habe das keine Wirkung gezeigt. Als die Gandenitzer auch noch den Auslegungstermin eines Planfeststellungsverfahrens verpassten, waren sie erst recht erbost. Werner Herm hatte 2008 zwei Flurstücke erworben, für die damals keinerlei naturschutzfachliche Betroffenheit vorgelegen habe. Inzwischen gehörten die Wiesen zu einem Gebiet, in dem ein erhöhter Wasserpegel die Nutzung beeinträchtige. Mauersberger räumte ein, dass man versucht habe, ein wichtiges Projekt über ein Planfeststellungsverfahren - trotz geteilter Meinungen im Ort - realisieren zu können. Die CDU-Landtagsmitglieder um Henryk Wichmann und Dieter Dombrowski versuchten, an Ort und Stelle zu schlichten. Das Kaufangebot des Fördervereins zu einem niedrigeren als den Preis, den Herm einst für seine 2000 qm gezahlt haben will, wollte der Gandenitzer nicht annehmen. Was nütze ihm das Geld, er brauche die Fläche - das schien auch den CDU-Politikern einleuchtend. "Ich hätte mir gewünscht, der Förderverein würde mir seine benachbarte, höher liegende Fläche anstatt meiner geben", sagte Herm. "Das hätten wir schon längst machen können", gestand der Projektleiter vom Förderverein. Mit anderen Betroffenen sei es so gelaufen. Aber irgendwie müssen die Fronten für diesen Schritt aufeinander zu bislang viel zu verhärtetgewesen sein. Denn von Verpachtung wollte Herm nichts hören, er forderte Eigentum. Da seien die Vermessungskosten höher als die Verkaufskosten, hielt Mauersberger entgegen. Aber über eine dauerhafte Bewirtschaftung der Fördervereinsflächen durch Herrn Herm könne man sich verständigen. Herm signalisierte Kompromissbereitschaft. Henryk Wichmann bot sich als Vermittler an, um das Problem ein für allemal aus der Welt zu schaffen. "Schließlich wäre es ein gutes Signal an die Bürger auch für die Akzeptanz künftiger Moorschutzprojekte."

Der Artikel ist am 12.04.2011 im Uckeramrk Kurier in der Lokalausgabe der Templiner Zeitung erschienen, von Siegrid Werner.

Quelle: http://www.nordkurier.de/lokal.php?objekt=nk.lokales.templin&id=806226


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